Solltest du deinen Hund chippen lassen? – Infos + Kosten

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Das Horrorszenario eines jeden Hundehalters – und bestimmt auch deines: Dein Hund reißt aus und finden den Weg nach Hause nicht mehr.

Wenn dein Hund gefunden wird, muss es nun möglich sein ihn dir als Halter zweifelsfrei zu zuordnen. Andernfalls könnte dein vierbeiniger Freund in einem Tierheim landen und weitervermittelt werden!

Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, wie man seinen Hund für den Ernstfall kennzeichnen kann:

  • Tätowierung im Ohr
  • Halsband mit Adressanhänger
  • Implantierter Mikrochip

Der implantierte Mikrochip zur Tierkennzeichnung bietet viele Vorteile, weshalb er meiner Meinung nach sehr zu empfehlen ist. Zumal der Transponderchip bei Reisen ins europäische Ausland mittlerweile Pflicht ist!

Darum solltest du deinen Hund chippen lassen

Der Nutzen des Chips für den Hund ist klar: Wenn dein Hund einmal wegläuft, kann der Finder den Mikrochip bei jedem Tierarzt oder in jedem Tierheim mit einem Lesegerät auslesen lassen. Der Halter des Hundes, also du, kann so zweifelsfrei identifiziert werden.

Wusstest du übrigens, dass die oft zur Markierung verwendete Tätowierung im Ohr bei Hunden keine eindeutige Zuordnung ermöglicht? Die tätowierten Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben sind nämlich nicht einmalig, jede Tätowierung kann also bei mehreren Hunden in Deutschland gleich sein!

Der Mikrochip hingegen speichert einen einmaligen, 15-stelligen Code, über den sich der registrierte Halter ermitteln lässt.

Der RFID Mikrochip (so heißt der Chip offiziell) ist vollkommen ungefährlich für deinen Hund: Er verwächst in der Schultermuskulatur und hält so bombenfest. Er hat eine gewebeverträgliche Außenhülle und funktioniert komplett ohne Strom: Es handelt sich um einen passiven Chip, der den gespeicherten Code nur einem speziellen Lesegerät preisgibt.

Mikrochip, Anhänger am Halsband UND Tätowierung – dreifach ist sicherer!

Der Chip bietet zwar eine eindeutige Identifizierung, dafür sind Halsband und Tätowierung gleich zu sehen, während der Transponder-Chip unsichtbar unter der Haut sitzt. Es kann natürlich sein, das der Finder eines Hundes sich mit Tieren gar nicht auskennt und daher auch von der möglichen Existenz des Chips nichts weiß.

Daher ist es absolut sinnvoll, deinen Hund zusätzlich auch tätowieren zu lassen und ihm ein Halsband mit Adressanhänger umzulegen. Sowohl Tätowierung als auch Halsband sind sofort zu erkennen und zeigen dem Finder: Dieser Hund hat ein Herrchen!

Vor- und Nachteile des Mikrochips für Hunde

Vorteile:

  • Behindert deinen Hund nicht – Der Mikrochip sitzt unter der Haut auf der Höhe der Schulter. Dein Hund kann gar nicht spüren, dass er überhaupt da ist.
  • Zweifelsfreie Identifizierung – im Gegensatz zur Tätowierung ist der 15-stellige Code, der auf dem Chip gespeichert ist einmalig. So kannst du als Halter zweifelsfrei identifiziert werden.
  • Lange Haltbarkeit – ein Hundeleben lang! Tätowierungen im Hundeohr verblassen mit der Zeit, der Chip dagegen hält sehr lange: Er braucht keinen Strom und ist wartungsfrei.
  • Schnell und unproblematisch eingesetzt – Das einsetzen des Mikrochips dauert nur Minuten und kann von jedem Tierarzt durchgeführt werden. Es ist noch nicht mal eine Betäubung notwendig.
  • Kann nicht verloren gehen – im Gegensatz zu Halsbändern mit Adressmarken.

Nachteile:

  • Nicht jedem bekannt – Man kann nicht auf den ersten Blick sehen, ob ein Hund gechippt ist oder nicht – und nicht jeder weiß von dieser Technologie. Du solltest deswegen deinen Hund zusätzlich tätowieren lassen und ihm auch einen Adressanhänger ans Halsband machen.

Das kostet das Chippen bei Hunden

Der Mikrochip kostet zwischen 30 und 50 Euro.

Der Preis hängt dabei maßgeblich davon ab, welcher Chip dabei verwendet wird – Es gibt verschiedene Modelle und Hersteller. Je kleiner und moderner der Chip ist, desto teurer ist er auch.

Das Einsetzten selbst ist nicht teuer, es fallen laut Gebührenordnung für Tierärzte nur 5,72 Euro an.

Das Registireren des Chips bei Tasso ist kostenlos. Du solltest deinen Chip nicht von deinem Tierarzt registrieren lassen sondern das selbst erledigen. So kannst du leichter Änderungen vornehmen, falls sich zum Beispiel durch einen Umzug deine Adresse ändert.

Das Einsetzen des Chips geht schnell und ist ungefährlich

Hier siehst du den Transponderchip sowie die Kanüle. Beachte das angelegte Lineal um ein Gefühl für die Größe des Chips zu bekommen:

Transponder.jpg
Transponder“ von Uwe GilleEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Der nur rund 12-15 mal 2 Millimeter große Transponder-Chip (kleines, modernes Modell) wird über eine Kanüle in die linke Seite des Halses injiziert. Das tut deinem Hund nicht mehr weh als eine Impfung oder ein Medikament per Spritze zu bekommen.

Es ist dafür keinerlei Betäubung, nicht einmal lokal, nötig.

Du kannst deinen Hund bei jedem Tierarzt chippen lassen – du kannst zwar im Internet Chip und Kanüle zum selber einsetzen kaufen, solltest das aber lieber von geschultem Fachpersonal machen lassen!

Vom Hals wandert der Chip in Richtung Schulter, wo er im Muskelgewebe verwächst und somit sicher an dieser Stelle bleibt. Wenn du weißt, an welcher Stelle er sitzt kannst du ihn durch die Haut ertasten.

Ist das Chippen beim Hund Pflicht?


Der Mikrochip ist beim Hund nur dann Pflicht, wenn du eine Reise ins EU-Ausland unternehmen willst. Denn dann brauchst du den EU-Heimtierausweis, welcher nur in Verbindung mit dem Chip gültig ist. Auch der Impfpass kann nur über den Transponderchip deinem Hund zugeordnet werden.

Ansonsten ist es je nach Bundesland unterschiedlich, ob der Mikrochip beim Hund Pflicht ist, da Hundeverordnungen und Hundegesetze Ländersache sind. Hier eine kleine Auflistung:

In diesen Bundesländern ist das Chippen bei Hunden Pflicht:

  • Berlin
  • Hamburg (ab 3 Monate)
  • Niedersachsen (ab 6 Monate
  • Sachsen-Anhalt (ab 6 Monate)
  • Thüringen

In anderen Bundesländern müssen Hunde, die (bzw. deren Rassen) als gefährlich eingestuft werden gechippt werden:

  • Baden-Württemberg
  • Brandenburg (als gefährlich eingestufte Hunde, Hunde mit über 20 KG Körpergewicht und Hunde mit mehr als 40 cm Widerristhöhe)
  • Bremen (als gefährlich eingestufte Rassen ab 6 Monate)
  • Hessen (wenn der Hund laut Landeshundegesetz als gefährlich eingestuft wird)
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz (wenn der Hund laut Landeshundegesetz als gefährlich eingestuft wird)
  • Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein

Lediglich in 2 Bundesländern ist der Mikrochip beim Hund keine Pflicht:

  • Bayern (hier ist die Tätowierung Pflicht)
  • Sachsen

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