Ängstlicher Hund – 4 Tipps und 6 Übungen für weniger Angst

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Ein ängstlicher Hund wirkt häufig scheu und vorsichtig. Oftmals tritt die Angst allerdings nur situationsbedingt auf. Die Gründe für Angst und Panik von Hunden können sehr vielfältig sein.

Deshalb gibt es für den Umgang mit ängstlichen Hunden auch nicht nur einen Lösungsansatz, sondern je nach Form und Ursache können dir unterschiedliche Vorgehensweisen helfen, deinem vierbeinigen Freund mehr Sicherheit bieten zu können.

Ursachen und Auslöser

Wenn es um die Ängste von Hunden geht, dann lassen sich zunächst die angeborenen von den erworbenen Ängsten unterscheiden.

Bei den angeborenen Ängsten handelt es sich um Urängste, die den Hund davor bewahren, in Gefahr zu geraten. Dabei kann es sich zum Beispiel um Angst vor lauten und plötzlichen Geräuschen oder auch um die Angst, alleine gelassen zu werden, handeln. So mancher Hund reagiert zum Beispiel während der Silvesternacht sehr ängstlich und verkriecht sich zitternd in sein Versteck.

Ein plötzlicher und lauter Knall beim Spazierengehen oder die Sirenen eines Rettungswagens können ebenso akutes Angstverhalten beim Hund auslösen und dazu führen, dass er am liebsten panisch losrennen würde.

Erworbene Ängste werden vom Hund hingegen durch bestimmte Ereignisse erlernt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Hund misshandelt wurde. Leidet die Bindung zum Menschen, dann kann dies ebenso dazu führen, dass der Hund Ängste aufbaut.

Unabhängig von den Ursachen zeigen sich die Ängste deines Hundes häufig in bestimmten Situationen. Oftmals sind es zum Beispiel Menschen oder andere Tiere, die sie auslösen. Aber ebenso können Ängste durch laute und plötzliche Geräusche, neue Gegenstände oder lautstarkes Geschrei verursacht werden.

Tipps zum Umgang mit ängstlichen Hunden

Mit Ruhe und Geduld ist es in der Regel möglich, die Angst des Hundes zu reduzieren oder sie ihm ganz zu nehmen. Je nach Ursache und Ausprägung kann dies unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Besonders wichtig ist es dabei stets, dass du deinem Hund viel Sicherheit bietest. Wenn er lernt, dass er sich auf dich verlassen kann, wird er besser mit seinen Ängsten umgehen können. Folgende Tipps sollen dir beim Umgang mit einem ängstlichen Hund helfen.

1. Nur dosiert trösten

Bei Ängsten möchten viele Menschen instinktiv trösten. Doch dies könnte bei Hunden genau das Gegenteil bewirken. Dein Hund könnte sich in seinem Verhalten bestätigt fühlen, wodurch die Angst sogar zunehmen kann. Zudem könnte dein Tier durch Trost erlernen, dass er sich nur ängstlich zeigen muss, um Zuwendung zu erhalten.

Du solltest deshalb deinen Hund nur dann trösten, wenn er berechtigterweise Angst hat – achte also auf die Situation! Außerdem solltest du beim trösten stets positiv und gelassen auf deinen Hund wirken, damit er sich eben nicht bestätigt fühlt.

2. Den Hund nicht bedrängen

Um einem ängstlichen Hund begegnen zu können, solltest du ruhig und bedacht vorgehen. Dabei sind zunächst die gleichen Verhaltensregeln zu beachten, welche bei jedem fremden Hund gelten. Dabei ist insbesondere auf folgende Verhaltensweisen zu verzichten:

  • Über den Hund beugen: Hunde mögen es nicht, wenn du sich über sie beugst und die Hände vor das Gesicht hältst. Auch auf das Tätscheln auf den Kopf ist zu verzichten.
  • Streicheln und umarmen: Fremde oder ängstliche Hunde sollten nicht bedrängt werden. Selbst wenn sie ängstlich aussehen, hilft es ihnen häufig nicht, wenn sie gestreichelt und umarmt werden.
  • In die Augen blicken: Ein starrer Blick in die Augen kann von deinem Hund als Bedrohung aufgefasst werden.

Möchtest du Kontakt zu einem ängstlichen Hund aufbauen, dann gib dem Hund die Zeit, die er braucht. Stelle zunächst sicher, dass du keinen Augenkontakt aufbaust. In einer angespannten Situation könnte dies schnell von deinem Hund falsch interpretiert werden. Zugleich kann es hilfreich sein, wenn du seitlich zum Hund stehst. Denn dadurch wirkst du nicht so groß und bedrohlich.

3. Distanz wahren und Freiraum lassen

Ein ängstlicher Hund möchte sich in der Regel aus der Situation befreien und sich verstecken. Diesen Freiraum solltest du ihm zugestehen. Wenn dein Hund den Abstand benötigt, dann gib ihm dazu den Raum und auch die Zeit, die er braucht.

4. Bachblüten-Globulis gegen Ängste

Bachblüten ängstlicher Hund

Hilft bei vielen Hunden gegen Ängste: Spezielle Bachblüten-Mischung für ängstliche Hunde

Bachblüten können ebenso als Hilfsmittel bei Ängsten eines Hundes eingesetzt werden. Sie enthalten spezielle Bachblüten-Essenzen, welche bewirken sollen, dass dein Hund besser mit seiner Angst zurechtkommt.

Gegen Ängste kommen häufig Präparate mit Bachblüten wie Aspen, Mimulus oder Rock Rose zum Einsatz. Je nach Art der Angst können andere Zusammensetzungen infrage kommen. Dabei werden im Handel fertig zusammengestellte Globulis angeboten, genauso besteht aber auch die Möglichkeit, eigene Mischungen zu erwerben.

Sechs einfache Übungen die ängstlichen Hunden helfen

Ängstlicher Hund Übungen

Du als sein Mensch kannst deinem ängstlichen Hund am besten helfen tapferer zu werden

Es gibt viele Übungen und Verhaltensregeln, die darauf abzielen, dem Hund mehr Sicherheit zu geben und ihn zu beruhigen. Dabei kommt es auf die Situation wie auch auf deinen Hund an, auf welche Methode er besonders gut reagiert. In allen Fällen gilt allerdings, das Geduld und Einfühlungsvermögen notwendig sind, um deinem Hund die notwendige Sicherheit zu geben.

1. Beschwichtigungssignale des Hundes nutzen

Hunde verfügen über ein vielfältiges Repertoire an Beschwichtigungssignalen, den sogenannten Calming Signals. Diese werden in der Regel dazu eingesetzt, um andere Hunden zu beschwichtigen. Damit ist es ihnen möglich, Konflikten frühzeitig aus dem Weg zu gehen.

Kennst du diese Signale, dann kannst du sie nutzen, um mit deinem Hund in der eigenen Sprache zu kommunizieren. Zur Beschwichtigung machen sich Hunde zum Beispiel klein, sie wenden ihren Blick ganz gezielt vom Gegenüber ab oder sie gähnen. Setzt du diese Signale in angespannten Situationen ein, kann dies helfen, dein Tier zu beruhigen.

2. Den Hund durch die eigene Ruhe beruhigen

Deinen Hund kannst du allerdings auch durch Ruhe beruhigen. Reagiert dein Vierbeiner zum Beispiel während eines Spazierganges ängstlich, dann reagiere ganz gezielt sehr ruhig. Halte ihn während der gesamten Zeit an der Leine und verzichte möglichst darauf, zu sprechen und dich zu bewegen.

Dadurch erhält dein Hund ausreichend Zeit, um sich zu beruhigen. Er kann erkennen, dass jemand da ist, der ruhig und gelassen ist, wodurch er ebenso mehr Sicherheit erlangen kann. Sobald die Angst nachgelassen hat, kannst du ihn wieder ansprechen und den Spaziergang fortsetzen.

3. Berührungsängste durch gezieltes Streicheln lindern

Bei Berührungsängsten kann in manchen Fällen auch folgende Übung helfen: Streichle deinen Hund ganz langsam und sanft von der Nasenspitze aus bis hin zu den Hinterpfoten. Dieses Streicheln ist auch als Tellington-Touch bekannt. Dabei solltest du in deiner Sprache und deiner Körperbewegung stets ruhig bleiben. Du kannst dabei schweigen oder auch sanft und monoton reden.

4. Ängstlicher Hund beim Spaziergang: Einen Bogen laufen…

Reagiert dein Hund beim Spazierengehen ängstlich auf andere Hunde, dann kann es ihm vielleicht helfen, wenn du mit ihm einen Bogen läufst. Das Bogen laufen ist dabei eine typische Verhaltensweise von Hunden. Sie bewegen in der Regel nicht frontal aufeinander zu, sondern gehen in einem Bogen mit einem Abstand aufeinander zu. Dies ist ein ganz normales Sozialverhalten.

Das kannst du nutzen, um angespannten Situationen während des Spazierganges aus dem Weg zu gehen. Sobald dein Hund einen anderen Hund sieht, auf welchen er sonst ängstlich reagieren würde, laufe mit ihm einen Bogen. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz und zugleich werden beide Hunde dieses Signal in der Regel verstehen können. Eine Konfrontation kann umgangen werden.

5. … oder splitten

In manchen Fällen reicht es bereits aus, wenn du zwischen den beiden Hunden läufst. Dadurch muss dein Hund nicht direkt an dem anderen Hund vorbeilaufen, was ihm die Situation erleichtern kann. Diese Methode kannst du auch anwenden, wenn du mit zwei Hunden spazieren gehen möchtest, die sich nicht gut vertragen. Laufen in den Anfängen zunächst mehrere Menschen zwischen den beiden Hunden, erhalten sie mehr Zeit, sich aneinander zu gewöhnen.

6. Mit dem Hund das Alleinbleiben trainieren

Hunden müssen sich als Rudeltiere erst daran gewöhnen, dass sie auch mal alleine bleiben müssen. Durch ein einfaches Training kannst du jedoch deinen Hund ans Alleinbleiben gewöhnen. Wichtig dabei ist, dass das Tier das vorübergehende Alleinsein mit einer positiven Erfahrung verknüpft.

Bereits bei einem Welpen kannst du damit beginnen, ihn in immer längeren Zeiträumen alleine zu lassen. Zu Beginn sollten einige Minuten reichen. Mit der Zeit lässt sich die Dauer steigern. Sobald du deinen Vierbeiner wieder aufsuchst, dienen eine freudige Begrüßung und vielleicht auch ein Leckerchen als Belohnung.

Dieses Training kann, wenn auch mit deutlich mehr benötigter Ausdauer, ebenso bei erwachsenen Hunden angewendet werden.

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