Anti-Giftköder Training für Hunde – In 3 einfachen Schritten

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Nicht nur auf beliebten „Hundegassi-Spazierwegen“ werden immer wieder Giftköder entdeckt. Selbst in der Nähe von Waldwegen oder in Parks werden sie ausgelegt. Sie sind nicht selten mit giftigen Substanzen oder mit scharfen Gegenständen versetzt, wodurch sich Hunde schwer verletzten oder sogar daran sterben können.

Viele Hundehalter sind aufgrund zahlreicher Meldungen und neuer Giftköder-Funde verunsichert. Sie trauen sich teilweise nicht mehr, den Hund von der Leine zu lassen. Das ist jedoch häufig keine dauerhafte Lösung. Selbst wenn du deinen Hund an der Leine führst, kann er dennoch an einen Giftköder gelangen.

Umso wichtiger ist es, deinem Hund schon frühzeitig anzutrainieren, Köder zu verschmähen. Dies ist mittels eines Anti-Giftköder-Trainings möglich.

Mögliche vorbeugende Maßnahmen

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du dem Risiko, dass dein Hund einen Giftköder frisst, begegnen kannst. Zum einen gibt es die Option, sich über aktuelle Giftköder-Meldungen zu informieren. Dazu gibt es im Internet mittlerweile viele Informationsseiten und Communities, über die Nutzer aktuelle Funde melden.

Heutzutage gibt es ja für alles eine App fürs Smartphone, die Giftköderradar App zählt zu den absolut praktischen:

GiftköderRadar
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Preis: Kostenlos
  • GiftköderRadar Screenshot
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AUßerdem werden noch eine ganze Reihe weiterer Hilfsmittel, beispielsweise spezielle Maulnetze beziehungsweise Maulkörbe, angeboten. Diese sollen verhindern, dass dein Hund während des Spazierganges Giftköder aufnehmen kann. Gut gepolsterte und hochwertig verarbeitete Maulnetze sind häufig angenehm zu tragen und behindern deinen vierbeinigen Freund nicht zu stark.

Eine andere oder je nach Gefahrenlage ergänzende Möglichkeit neben der Kontrolle der aktuellen Meldungen ist ein Anti-Giftköder Training.

Anti-Giftköder Training in drei Schritten

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, um deinem Hund beizubringen, Giftköder nicht zu fressen. Dieses Anti-Giftköder Training dient dazu, dass dein Hund einen Köder ignoriert oder anzeigt. Das hat den Vorteil, dass dein Hund lernt, selbst dann nichts vom Boden zu fressen, wenn er außer Sichtweite ist.

Vorbereitung

Bevor das eigentliche Anti-Giftköder Training mit deinem Hund beginnen kann, solltest du einige Leckerlies bereithalten, die er besonders gerne mag, denn diese werden im Training benötigt. Zudem benötigst du eine Leine und eine abgesicherte Strecke. Mit einer Schleppleine kann sich dein Hund relativ frei bewegen und dennoch hast du ihn in einem gewissen Radius unter Kontrolle. Dies kann während der ersten Trainingszeit hilfreich sein.

Die gewählte Trainingsstrecke sollte unbedingt frei von Giftködern und anderen gefährlichen Dingen sein, am besten dein eigener Garten. Zu Beginn der Trainingsphase kannst du nämlich nicht erwarten, dass direkt alles richtig abläuft. Erst mit der Zeit wird dein Hund begreifen, was von ihm verlangt wird.

Die Übungen können dazu zunächst auch zu Hause, im Garten oder beispielsweise auf einem Parkplatz durchgeführt werden. Im besten Fall wirst du in den Anfängen von einer anderen Person unterstützt. Sie kann helfen, die vermeintlichen „Köder“ während des simulierten Spazierganges gezielt auszulegen.

Schritt 1 –  Nichts vom Boden fressen lassen

Hund Giftköder

Mit dem Kommando und einer Belohnung kannst du deinem Hund abtrainieren Sachen vom Boden zu fressen

In erster Linie kommt es beim Anti-Giftköder Training darauf an, dass dein Hund nichts vom Boden frisst. Er soll mit diesem ersten Trainingsschritt lernen, dass er vermeintliche Leckerchen nicht einfach vom Boden aufnehmen soll. Das Training kann besonders gut auf einem sicheren und vorab präparierten Weg durchgeführt werden.

Lege dazu einfach in Abständen ein paar Leckerlis aus, welche für deinen Hund nicht zu den Super-Leckerlis zählen. Die besonderen Leckerchen nimmst du nämlich als Belohnung in deiner Tasche mit.

Sobald dein Hund ein Leckerchen entlang des vorbereiteten Parcours entdeckt hat, solltest du ihn mit einem Kommando wie beispielsweise „Pfui“ davon abhalten, das Leckerchen zu fressen. Mit einem weiteren Kommando wie „Schau“ kannst du deinen Hund dazu auffordern, dass er Kontakt mit dir aufnehmen muss. Sobald er zu dir hin schaut, kannst du ihn mit einem der besonders beliebten Leckerchen aus deiner Tasche belohnen. Er soll damit lernen, dass er gutes Futter vom Halter bekommt und es nicht auf der Erde findet.

Intensivieren lässt sich die Übung, indem du oder ein Bekannter ein Leckerchen an einer weit entfernten Position platziert. Sobald dein Hund auf die Stelle zusteuert und kurz vor dem Leckerchen steht, sollte dein Kommando wie „Pfui“ ertönen und du kannst ihn zu dir rufen sowie ihn mit seinem besonderem Leckerli belohnen.

Dadurch lernt dein Hund, dass er dann nichts vom Boden aufnehmen darf, wenn er weiter von dir entfernt ist. Das ist besonders wichtig, da Hundehalter die Köder aus weiter Entfernung zumeist nicht sehen können. Dann sollte dein Tier in der Lage sein, selbst zu entscheiden, den Köder zu verschmähen.

Schritt 2 – Fressen erst nach Freigabe

Hund: Anti-Giftköder Training

Fressen nur auf Kommando – Ein wichtiger Schritt für das Anti Giftköder Training mit Hunden

Mit einer weiteren Übung kannst du deinem Hund beibringen, dass er erst dann frisst, wenn du das Futter freigibst. Diese Übung kannst du zu Hause mit jeder Futtergabe trainieren. Bereite dafür Zuhause in aller Ruhe das Futter zu. Sobald dein Hund anfängt zu drängeln, solltest du kurz aufhören. Erst wenn der Hund wieder ruhig ist, machst du weiter.

Stelle anschließend den Napf an den gewohnten Platz und gib einen Befehl wie beispielsweise „Nimm“. Erst dann darf er sein Futter fressen. Diese Übung kannst du bei jeder Futtergabe trainieren. Durch eine Verlängerung der Wartezeit zwischen dem Bereitstellen des Napfes und dem Befehl kannst du mit der Zeit erreichen, dass dein Hund nur noch frisst, wenn du es ihm unmittelbar zuvor erlaubt hast.

Die Impulskontrolle deines Hundes lässt sich noch verbessern, wenn du das Training mit der Zeit intensivierst. Lege dazu zum Beispiel ein Stück Futter direkt vor ihn auf seine Pfote. Erst wenn du es freigibst, darf er es essen. Bei einer guten Impulskontrolle kann dein Hund mit dem Fressen auch abwarten, wenn du ihm das Futter direkt auf seine Nase legst.

Schritt 3 – Abbruchsignal trainieren

Selbst nach einer langen Trainingszeit kann es einmal passieren, dass dein Hund etwas vom Boden aufnimmt und fressen möchte. Für diese Fälle solltest du ihm ein klares Abbruchsignal antrainiert haben. In der Regel reicht ein deutliches „Aus“, um deinem Hund beizubringen, das aufgenommene Futter sofort wieder auszulassen.

Das „Aus“ als Kommando einen Gegenstand aus dem Maul fallen zu lassen kannst du mit jedem Spielzeug oder zum Beispiel einem Kauknochen trainieren. Am Anfang nimmst du ihm den Gegenstand mit der Hand aus dem Maul, dabei gibst du laut das Kommando.

Hat dein Hund den Gegenstand fallen gelassen solltest du ihn loben und mit einem Leckerli belohnen. Mit der Zeit wird dein Hund ohne dein Nachhelfen das „Aus“ Kommando befolgen, da er weiß was du von ihm willst und das du ihn belohnen wirst.

Häufige Fehler beim Anti-Giftköder Training vermeiden

Trotz aller Übung ist es wichtig, dass du bei jedem Spaziergang aufmerksam bleibst, um sofort erkennen zu können, wenn dein Hund einen Köder wittert. Denn in der Regel wird dein Hund diesen Köder lange, bevor du ihn sehen kannst, bereits gerochen haben. Zugleich gibt es einige gängige Fehler, die ein erfolgreiches Anti-Giftköder Training erschweren können:

  • Futter vom Boden fressen lassen: Jegliches Futter vom Boden sollte tabu sein. Deshalb solltest du auch auf Such- und Erziehungsspiele verzichten, bei welchen es darauf ankommt, dass dein Hund Futter am Boden finden muss und fressen darf.
  • Von anderen Personen füttern lassen: Wird dein Hund auch von anderen Personen oder gar von Fremden gefüttert, dann erschwert dies das Trainingsziel. Denn Giftköder werden auch mal in den Garten geworfen. Weiß dein Hund, dass er kein Futter annehmen darf, kann dies der Gefahr einer Giftköder-Aufnahme vorbeugen.
  • Leinenzug beim Training: Manche Hundehalter ziehen ihren Hund mit der Leine von gesichteten Ködern fort. Dies kann im Ernstfall vielleicht hilfreich sein, hat jedoch im Training keinen Lerneffekt. Denn dadurch lernt dein Hund nur, dass er erst fressen kann, sobald er für den Halter außer Reichweite ist.
  • Schlechtes Timing: Beim Anti-Giftköder Training kommt es auf das richtige Timing an. Deshalb solltest du deinen Hund stets gut beobachten, um sofort reagieren zu können, wenn er sich einem Köder nähert. Nur wenige Sekunden zu spät reagiert kann bedeuten, dass dein Tier den Köder bereits verschlungen hat.

Darüber hinaus kommt es bei allen Übungen darauf an, stets konsequent zu handeln. Denn nur wenn stets die gleichen Regeln gelten, wird sich dein Hund daran gewöhnen und sie befolgen können. Besonders hilfreich kann es dabei sein, mit dem Training bereits im Welpenalter zu beginnen.

Was tun, wenn der Hund einen Giftköder gefressen hat?

Trotz größter Vorsicht kann es doch einmal passieren, dass dein Hund einen Giftköder zu sich genommen hat. In diesen Fällen kommt es darauf an, richtig und vor allen Dingen schnell zu handeln.

Vergiftungssymptome können dabei sehr vielfältig sein. Zu diesen zählen zum Beispiel:

  • Unruhe oder Apathie
  • Atembeschwerden
  • blasses Zahnfleisch
  • Blut im Urin/Stuhlgang
  • Muskelzittern
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • Erbrechen
  • Krämpfe
  • ungewöhnliche Größe der Pupillen
  • niedrige Körpertemperatur
  • Bewusstlosigkeit

Diese und weitere Symptome können je nach Art des Giftes und der Konzentration sehr unterschiedlich ausfallen. In der Regel ist es bei Vergiftungen nicht möglich, dass du deinem Tier durch erste Notfallmaßnahmen helfen kannst. Der erste und direkte Weg sollte deshalb zum nächsten Tierarzt oder zur Tierklinik führen. Dieser kann entsprechende Maßnahmen einleiten.

Helfen kann es dabei, wenn du eventuell eine Probe vom Erbrochenen und einen Teil des Köders vorzeigen kannst. Allerdings solltest du diesen nicht mit bloßen Händen anfassen, sondern beispielsweise mithilfe von Gummihandschuhen oder einer Tüte. In vielen Fällen kann der Tierarzt bereits an der Probe erkennen, um was für eine Art Gift es sich handelt.

Köder mit Rattengift sind zum Beispiel häufig an kleinen blauen Kügelchen erkennbar. Das heimtückische an diesem Gift ist, dass es erst nach wenigen Tagen wirkt. Umso wichtiger ist es, bei Verdacht frühzeitig einen Tierarzt aufzusuchen, damit er lebensrettende Gegenmaßnahmen einleiten kann.

Nicht zuletzt ist es wichtig, dass jeder ausgelegte Giftköder gemeldet wird. Denn es sind nicht nur Haus- und Wildtiere gefährdet, sondern auch für Kinder können sie gefährlich sein. Zudem ist es empfehlenswerte, möglichst schnell Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle zu erstatten, denn bei ausgelegten Giftködern handelt es sich juristisch um einen Tötungsversuch eines Lebewesens.

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