Dein Hund frisst Kot? Das kann dahinter stecken und so kannst du es ihm abgewöhnen

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Wenn dein Hund Kot frisst, ganz egal ob den eigenen Kot oder die Ausscheidungen fremder Hunde oder gar anderer Tiere, kann dies zunächst ein ganz normales Verhalten sein.

In manchen Fällen nehmen Hunde ohne besondere Grund nämlich Kot zu sich. Was in bestimmten Lebenssituationen und im Ausnahmefall noch normal sein kann, ist in anderen Fällen nicht nur sehr unappetitlich, sondern kann ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn dein Hund Kot nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig zu sich nimmt. Findest du den Grund für das Kot fressen heraus, dann kannst du diesem Verhalten entgegenwirken. Das ist in erster Linie möglich, indem du den Grund beseitigst.

Auf der anderen Seite können auch gezielte Maßnahmen helfen, deinem Hund vom Kotfressen abzuhalten – diese erfährst du in diesem Artikel!

Warum fressen manche Hunde Kot?

„Warum frisst mein Hund Kot?“ ist eine Frage, die viele Hundehalter begleitet. Dabei müssen nicht immer Verhaltensstörungen oder gesundheitliche Probleme vorliegen. Es gibt Situationen, in denen es vollkommen normal ist, dass dein Hund Kot frisst.

Das ist insbesondere bei Hündinnen mit Nachwuchs der Fall. Sie müssen die Umgebung ihrer Welpen sauber halten und sind ebenso für die Reinigung des Hinterteils ihrer Welpen verantwortlich. Dementsprechend nehmen Mutterhunde den Kot ihres Nachwuchses auf. Dieses Verhalten legt sich in der Regel nach etwa drei Wochen. Das Verhalten wird sogar bei Wölfen beobachtet. Sie fressen den Kot ihrer Welpen so lange, bis diese in der Lage sich, sich für ihr Geschäft vom Rudellager zu entfernen.

Aber auch junge Welpen nehmen häufig den eigenen Kot auf. Junge Hunde erkunden ihr Umfeld mit dem Maul und nehmen dementsprechend auch ihren eigenen Kot auf, um diesen zu erforschen. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und legt sich in der Regel innerhalb der ersten sechs Monate. Nach den ersten sechs Lebensmonaten sollte dein Hund damit aufgehört haben, denn ansonsten wird dieses Verhalten als nicht mehr „normal“ angesehen.

Dein ausgewachsener Hund frisst fremden Kot oder den eigenen Kot? Dann wird dies als Koprophagie bezeichnet. Warum dies viele Hunde tun, ist letztendlich nicht genau geklärt. So kann sich dahinter einfach eine schlechte Angewohnheit verbergen. Es sind aber auch andere Gründe möglich.

Diese Ursachen solltest du vorab ausschließen können, bevor du mit einer Abgewöhnung des Kotfressens beginnen kannst:

Nährstoffmangel

Ein Nährstoffmangel kann ein Grund dafür sein, warum sich dein Hund daran gewöhnt hat, Kot zu fressen. Allerdings ist eine Mangelerscheinung nur sehr selten, denn selbst bei einer Ernährung mit nicht so hochwertigem Dosenfutter erhalten Hunde in der Regel Nährstoffe in ausreichender Form.

Eine Mangelernährung kann häufig ausgeschlossen werden. Eine vorherige mangelhafte Ernährung kann jedoch dazu führen, dass sich dein Tier daran gewöhnt hat, die fehlenden Nährstoffe über Kot aufzunehmen.

Von dieser Angewohnheit weichen später nicht alle Hunde ab, selbst wenn die derzeitige Ernährung optimal ist.

Das Hunde Kot zum Nährstoffausgleich aufnehmen, kann oftmals bei Hochleistungshunden beobachtet werden. Direkt nach immenser körperlicher Beanspruchung neigen so manche Wind- oder Schlittenhunde und andere Hunde dazu, Kot zu sich zu nehmen. Es wird vermutet, dass sie dies tun, um nach der Anstrengung so schnell wie möglich wieder Nahrung als Energieträger zu sich zu nehmen.

Lesetipp:

Erkrankungen

Einige Erkrankungen können ein Grund dafür sein, dass dein Hund Kot frisst. Das ist insbesondere bei Erkrankungen der Fall, bei denen Hunde die Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig verwerten können.

Durch das Kotfressen versuchen sie, ihrem eigenen Abmagern entgegenzuwirken. Das kommt beispielsweise bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse vor. Aber auch ein Wurmbefall kann dazu führen, dass dein Hund durch das Fressen von Kot versucht, Nährstoffe zu erhalten.

Lesetipp:

Ausgeprägtes Territorialverhalten

In einigen wenigen Fällen kann ein ausgeprägtes Territorialverhalten dazu führen, dass dein Hund fremden Kot frisst. In diesen Fällen wirst du dein Tier dabei beobachten können, wie es nur den Kot fremder Hunde innerhalb seines Reviers frisst. Den eigenen Kot sowie die Ausscheidungen fremder Tiere sind hingegen uninteressant.

Frust und Langeweile

Bild / Foto: Warum frisst mein Hund Kot?

Frust, Langeweile, der Wunsch nach Aufmerksamkeit – die häufigsten Gründe, warum Hunde anfangen Kot zu fressen

Durch schlechte Haltungsbedingungen, beispielsweise bei mangelnder Hygiene oder Zwingerhaltung, kann das Fressen von Exkrementen aus Frust oder Langeweile auftreten. Das kann selbst dann noch der Fall sein, wenn die Haltungsbedingungen verbessert wurden.

Manche Hunde gewöhnen sich das Verhalten an oder neigen dazu, bei vermehrtem Stress wieder Kot zu fressen.

Aufmerksamkeit

Wenn ein Hund gelegentlich Kot frisst, sei es aus Neugierde oder Langeweile, ist dies in der Regel noch kein Grund zur Besorgnis. Allerdings lernt so mancher Hund, dass er durch das Kotfressen die Aufmerksamkeit des Herrchens oder Frauchens auf sich ziehen kann.

Dies ist wohl einer der häufigsten Gründe dafür, warum ein Hund eigenen oder fremden Kot frisst.

Ist es schädlich wenn ein Hund Kot frisst?

Dass es für einen Menschen unästhetisch ist, dass ein Hund Kot frisst und anschließend das Herrchen oder Frauchen abschleckt, ist die eine Seite.

Auf der anderen Seite sind die gesundheitlichen Risiken nicht zu unterschätzen. Zwar ist die Aufnahme von Exkrementen in der Natur nicht per se schädlich, jedoch gibt es Risiken zu beachten. Denn mit dem Fressen werden nicht nur die Ausscheidungen, sondern ebenso andere Bestandteile mit aufgenommen:

  • Würmer: Würmer und andere Parasiten können sich auch durch die Aufnahme von Kot von Hund zu Hund übertragen.
  • Medikamente: In den Ausscheidungen können noch Spuren von Medikamentenwirkstoffen enthalten sein. Das ist beispielsweise bei Pferdeäpfeln möglich, bei denen die Wirkstoffe von Wurmkuren enthalten sein können.
  • Drogen: Frisst dein Hund auch Exkremente von Menschen, wie beispielsweise im Park oder Wald, dann besteht durchaus die Gefahr, dass dieser damit auch Drogen aufnimmt. Die Ausscheidungen von Drogensüchtigen können durchaus noch Spuren von Drogen in nicht unerheblicher Höhe enthalten, welche für dein Tier schädlich sind. Vergiftungserscheinungen können die Folge sein.

So kannst du deinem Hund das Kot fressen abgewöhnen

Können medizinische Ursachen, eine Mangelernährung und andere Gründe für das Fressen von Kot ausgeschlossen werden, gibt es einige Möglichkeiten, deinem Hund das Kotfressen abzugewöhnen:

Erzieherische Maßnahmen

Bild / Foto: Hund Kot essen abgewöhnen

Bild: Mattia Marasco / Shutterstock.com

Bei manchen Hund reicht ein einfaches aber energisches „Nein“ als Konsequenz und sie lassen vom Kot ab.

Andere Hunde müssen zunächst erzogen werden, bis sie von den Exkrementen ablassen. Dazu kann es hilfreich sein, deinem Tier ein Kommando, beispielsweise „Lass es“ beizubringen. Trainieren kannst du ein solches Kommando gut mit beliebten Leckerlis. Ein Training kann wie folgt aussehen:

  1. Nimm im ersten Schritt ein Leckerli in die geschlossene Hand. Dein Hund wird daran schnüffeln und versuchen, daran zu kommen.
  2. Wenn dein Hund an der Hand leckt oder sie berührt, dann sollte das Kommando „Lass es“ erfolgen.
  3. Sobald sich das Tier von der Hand abwendet, kann ein einfaches „Ja“ helfen deinem Hund zu zeigen, dass er richtig reagiert. In diesem Fall kann er das Leckerli erhalten.
  4. Ein weiterer Trainingsschritt erfolgt mit einem Leckerli in der offenen Hand. Das Kommando „Lass es“ zeigt ihm, dass er das Leckerli nicht fressen darf.
  5. Erst wenn dein Hund dich anschaut, darfst du ihm das Fressen mit dem Kommando „Ja“ erlauben. Dadurch lernt dein Tier, dass er dich durch einen Blickkontakt erst um Erlaubnis „fragen“ muss.

Während der gesamten Trainingsphase ist es besonders wichtig, dass dein Hund keinen Zugang zu Kot erhält.

Wenn das Kommando sicher sitzt, kannst du es auch dann anwenden, wenn dein Hund bei einem Spaziergang Interesse an einem Hundehaufen zeigt. Natürlich sollte eine Belohnung erfolgen, wenn das Kommando brav befolgt wird.

Kot aus der Umgebung entfernen

Dein Hund frisst eigenen Kot im Garten? In diesem Fall solltest du die Ausscheidungen sofort entfernen, damit dein Tier keinen Zugang mehr dazu hat. Aber auch bei Hinterlassenschaften während der üblichen Spaziergänge ist es wichtig, den Kot sofort zu beseitigen. Damit kann verhindert werden, dass dein Tier oder auch ein anderer Hund die Exkremente aufnimmt.

Geschmack von Kot verändern

Es gibt einige Möglichkeiten, dass der Kot deinem Tier nicht mehr schmeckt. So gibt es im Handel spezielle Mittel, welche allen Tieren eines Haushalts verabreicht werden müssen und dafür sorgen, dass die Ausscheidungen nicht mehr schmecken.

Auch die Gabe von Ananas oder gekochte Zucchini sollen diesen Effekt bewirken. Dabei ist zu beachten, dass unreife Ananas für Hunde giftig sein kann.

Darüber hinaus nutzen einige Hundehalter Mittel wie Senf oder Tabasco, um dafür zu sorgen, dass die Hundehäufchen schlecht riechen und schmecken. Allerdings sind diese Maßnahmen nicht immer Erfolg versprechend.

So mancher Hund lernt nämlich schnell, dass einige Häufchen schlecht schmecken, andere jedoch, die nicht behandelt wurden, dafür umso besser.

Homöopathie

Die beiden homöopathischen Mittel Carbo vegetabilis und Veratrum album sollen ebenfalls helfen, dass dein Hund Kot nicht mehr frisst. Das Mittel Carbo vegetabilis soll dazu beitragen, dass dein Hund fremden Kot nicht mehr frisst und Veratrum album wird beim Fressen von eigenem Kot angewandt.

Eine Wirkung tritt meist erst nach einigen Wochen ein. Nach Besserung werden diese Mittel nur noch bei Bedarf gegeben. Manchen Hunde reagieren auf diese homöopathischen Mittel, während bei anderen Tieren keine Wirkung eintritt.

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Kein Menschenessen für Hunde

Eine weitere Möglichkeit, deinem Hund das Kotfressen abzugewöhnen, besteht unter Umständen darin, ihm konsequent kein Menschenessen zu geben. Menschenessen verändert den Geschmack und Geruch der Ausscheidungen. Diese können durch die Ernährung über Menschenessen für Hunde sehr appetitlich riechen.

Beitragsbild:  xtotha / shutterstock.com

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