Grasmilben beim Hund: Symptome und Behandlungen

Grasmilben Hund

Grasmilben sind Parasiten, die ebenso wie Zecken und Flöhe Hunde befallen und den Tieren durch Juckreiz und Entzündungen das Leben schwermachen.
In diesem Ratgeber erklären wir, auf welche Ursachen ein Grasmilbenbefall zurückgeht und mit welchen Symptomen Du zu rechnen hast, wenn Dein Hund befallen ist. Zudem ist für Hundebesitzer und -besitzerinnen von Interesse, welche Prophylaxe-Maßnahmen einen Grasmilbenbefall verhindern und welche Behandlung gegen die Quälgeister empfohlen wird.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Grasmilben?

Die Grasmilbe beziehungsweise die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) gehört ebenso wie die Zecke zur Klasse der Spinnentiere. Ihr hauptsächliches Auftreten wird hierzulande zwischen April und Oktober beobachtet. Allerdings kann die Grasmilbe Deinen Hund auch in wärmeren Wintern befallen.

Die Milben werden etwa 2 Millimeter groß und besitzen acht Beine. Die Larven, von denen die Gefahr für Hunde ausgeht, sind nur etwa 0,3 Millimeter groß und mit sechs Beinen ausgestattet. Sie benötigen für ihr Wachstum die Zellsäfte der Vierbeiner. Ausgewachsene Grasmilben dagegen ernähren sich ausschließlich auf pflanzlicher Basis und stellen für Deinen Hund keine Gefahr dar!

So erkennt man die Milben

Grasmilben besitzen eine rotbraune bis orange Farbe. Sie sind aufgrund ihrer geringen Größe schwer im Fell Deines Hundes zu entdecken. Sobald sich die Temperaturen im Frühling erwärmen, verlassen sie den Boden und legen ihre Eier im Gras ab. Sie verbreiten sich bevorzugt auf Wiesen, an Waldrändern und in Gärten außerhalb der Großstadt.

Die Larven der Grasmilbe schlüpfen im Juni und begeben sich auf Nahrungssuche. Sowohl der Hund als auch der Mensch werden zu ihren Wirtstieren gezählt, wobei der Vierbeiner den Plagegeistern aufgrund seines bodennahen Lebensraumes ein leichteres Ziel bietet.

Während des Beißvorgangs sondern die Larven der Grasmilbe ein giftiges Sekret ab, das Pusteln, Quaddeln und andere Arten von Hautrötungen auslöst, die mit einem starken Juckreiz verbunden sind. Du erkennst die Erscheinungen an den Verkrustungen der Haut Deines Hundes, die orangefarben schimmern. An den betroffenen Stellen kann es zu Haarausfall kommen.

So gelangen Herbstgrasmilben auf Deinen Hund

Nachdem die erwachsenen Milben ihre Eier im Gras abgelegt haben, dauert es etwa 4 Wochen, bis die Larven schlüpfen. Dabei bevorzugen sie den Schutz hoher Grashalme, um sich an vorbeikommenden Säugetieren und Vögeln festzubeißen. Neben Hunden sind sowohl Katzen als auch Pferde, Mäuse und Menschen gefährdet.

Beim Hund bevorzugen Grasmilben die leicht zu erreichenden Körperteile wie Pfoten und Bauch. In der Regel wählen sie einen Angriffspunkt, der mit dünner Haut überspannt ist. Mit ihren scharfen Mundwerkzeugen beißen sie sich fest und beginnen, die Körperflüssigkeit ihres Wirts abzusaugen. 

Ist die Larve gesättigt, fällt sie automatisch ab. Grasmilben vermehren sich nicht im Fell Deines Hundes. Auch werden sie nicht, wie das bei Flöhen der Fall ist, von Hund zu Hund übertragen.

Grasmilben beim Hund – Symptome

Die Anzeichen eines Grasmilbenbefalls lassen sich wie folgt beschreiben:

Der Speichel der Larve der Grasmilbe löst bei Deinem Tier einen starken Juckreiz aus, der bis zu einer Woche anhält. Wenn Du eines oder mehrerer der beschriebenen Symptome bemerkst, kannst Du einen einfachen Test durchführen.

Um Grasmilben beim Hund zu erkennen, stellst Du Deinen Hund auf ein weißes Spültuch und kämmst sein Fell sorgfältig durch. Erscheinen auf dem Tuch kleine, orangefarbene Punkte, kannst Du sicher sein, dass Dein Hund unter Grasmilbenbefall leidet. In diesem Fall wird ein Gang zum Tierarzt oder zur Tierärztin empfohlen.

Grasmilben beim Hund vorbeugen

In der Hochsaison ist es praktisch unmöglich, dass Dein Hund einem Befall entgeht, da Grasmilben ein trockenes und warmes Ambiente lieben. Sie lassen sich nicht gänzlich entfernen, da sie sich bis zu einem halben Meter tief in den Boden eingraben.

Eine Alternative wäre, dass das Gassi-Gehen sich ausschließlich auf gepflasterten Wegen oder auf Asphalt abspielt. Da dieses Verhalten weder den Hund noch Frauchen oder Herrchen fröhlich machen, kannst Du stattdessen die folgenden Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen:

Wie beim Hund selbst kannst Du auch im Garten einen Test auf Grasmilbenbefall durchführen, indem Du einen weißen Teller oder ein Blatt Papier ins Gras legst. Vor dem weißen Hintergrund lassen sich die orangefarbenen Grasmilben mit Leichtigkeit identifizieren.

Behandlung von Grasmilben

Liegt bereits ein Milbenbefall vor, hast Du einige Möglichkeiten, die lästigen Symptome behandeln zu lassen. Grasmilben lösen zwar bei Vierbeinern keine schweren Krankheiten aus. Werden sie jedoch nicht entfernt, kann es zu Entzündungen, Krämpfen und Haarausfall kommen. Wir empfehlen in einem solchen Fall den Besuch einer Tierarztpraxis. Dort wird schnell erkannt, ob die Grasmilbe beziehungsweise andere Milbenarten oder Parasiten die Beschwerden auslösen.

Zur Behandlung von Grasmilben existieren einige Präparate, die Erfolg versprechen und die Leiden Deiner Fellnase erträglicher gestalten oder ganz abklingen lassen. Ein spezielles Anti-Milben-Shampoo bekämpft die Plagegeister und stoppt den Juckreiz. Auch Sprays, Öle, Puder oder Salben, die Du auf die betroffenen Hautstellen aufträgst, lindern die Qualen effizient.

Nebenwirkungen

In schweren Fällen verschreibt der behandelnde Tierarzt manchmal spezielle Medikamente, die Insektizide enthalten. Diese unter der Bezeichnung Akarizide vertriebenen Mittel wirken auf die Parasiten wie ein Nervengift. Die chemischen Arzneimittel lähmen das Nervensystem der Grasmilben und wirken absolut tödlich.

Die Problematik dabei ist, dass die Wirkstoffe eines Insektizids in der Regel nicht vor Deinem Hund, dem Wirt, haltmachen. Sie lösen teilweise starke Nebenwirkungen aus. Neben heftigen lokalen Reaktionen wird von massiven Auswirkungen auf das Nervensystem der Vierbeiner berichtet.

 Zudem werden viele dieser Mittel als krebserregend, giftig und hormonschädigend klassifiziert. Daher raten wir in Anbetracht der relativen Harmlosigkeit von Grasmilben vom Einsatz von Insektiziden eindringlich ab!

Grasmilben Hund – Hausmittel

Bei einem heftigen Milbenbefall ist es selbstverständlich unumgänglich, die Tierarztpraxis aufzusuchen. In diesem Fall ist vor einer eigenständigen Behandlung abzuraten. Doch gibt es einige Hausmittel, die unter dem Gesichtspunkt der Vorbeugung oder während des Anfangsstadiums eines Milbenbefalls durchaus ihre Wirkung zeigen können:

Infografik Grasmilben beim Hund

Sind Grasmilben für Hunde gefährlich?

Im Gegensatz zu Flöhen und Zecken übertragen Herbstgrasmilben keine gefährlichen Krankheiten. Ein Befall sollte trotzdem nicht unterschätzt werden. Neben einem starken und überaus lästigen Juckreiz können die Plagegeister bei Deinem Hund sowohl Krämpfe als auch bakterielle Infektionen und allergische Reaktionen verursachen.

FAQ - Häufige Fragen zum Thema

Unsere Redaktion erreichen regelmäßig Fragen zahlreicher Hundehalter und Hundehalterinnen, die einen Grasmilbenbefall bei ihren Tieren und deren Folgen betreffen. Daher beantworten wir an dieser Stelle diejenigen Fragestellungen, die uns am häufigsten erreichen.

Ein Grasmilbenbefall geht mit einer Reihe verschiedener Symptome einher. Am auffälligsten ist ein starker Juckreiz, sodass sich Dein Tier ständig kratzt. Zudem kommt es an den Bissstellen zu pigmentierten oder verkrusteten Hautrötungen, die auf Entzündungen zurückzuführen sind. In der Regel fallen dem Tier an den betroffenen Stellen die Haare aus.

Regelmäßige Bäder mit Kernseife sorgen für eine gewisse Grundhygiene bei Deinem Hund. Zusätzlich kannst Du das Fell ab und zu mit etwas Neemöl oder Kokosöl einreiben. Beide Öle haben eine zerstörerische Wirkung sowohl auf die ausgewachsene Herbstgrasmilbe als auch auf deren Larve.

Sind die Bisse bereits vorhanden, kann Olivenöl aufgrund seiner antibakteriellen Wirkungen dafür sorgen, dass sich die Bisswunden nicht entzünden und der Juckreiz gelindert wird. Obendrein desinfiziert Ethanol die Verletzungen und tötet die Quälgeister ab.

Grasmilben beißen Deinen Hund vornehmlich an Stellen, die mit dem Boden und mit Gräsern in Berührung kommen. Dabei handelt es sich um die Pfoten, den Bauch, die Beine, den Kopf und die Ohren.

Grasmilben mögen es warm und trocken. Während die erwachsenen Tiere für Deinen Hund harmlos sind, leben die Larven von den Zellsäften des Wirtstiers. Sie schlüpfen ab Juni. Daher dehnt sich die problematische Phase von Juni bis in den frühen Herbst hinein.

Fazit

Ein Grasmilbenbefall hat keine schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen und verursacht keine gefährlichen Krankheiten. Die lästigen Symptome wie Juckreiz und Entzündungen jedoch können Deinem Hund in der warmen Jahreszeit das Leben zur Hölle machen.

Mit der Anwendung diverser Hausmittel können die Leiden eingeschränkt werden. In schweren Fällen ist der Gang zur Tierärztin oder zum Tierarzt unumgänglich. Es sollte darauf geachtet werden, dass die tierärztliche Behandlung frei von Insektiziden erfolgt, weil diese von unabsehbaren Nebenwirkungen begleitet werden.

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